Allgemein EM 2008 Turniere — 09 Juni 2008

Ausgerechnet gegen sein Heimatland Polen avancierte Lukas Podolski zum Matchwinner für Jogis Jungs. Mit zwei Treffern hatte der ins linke Mittelfeld versetzte Bayern-Teilzeit-Stürmer erheblichen Anteil am Auftaktsieg in der Gruppe B. Doch nicht nur der in Gleiwitz geborene Podolski sondern die gesamte DFB-Elf bot im Wörtherseestadion zu Klagenfurt eine couragierte Leistung, die Hoffnung für den weiteren Turnierverlauf gibt.

Bundestrainer Jogi Löw schickte gegen unser Nachbarland mit Klose und Gomez im Sturm, dem ins Mittelfeld beorderten Podolski und Clemens Fritz auf dem rechten Flügel eine recht offensive Formation ins Spiel und seine Tatik sollte gleich aufgehen. Schon in der 5. Minute hätte die Nationalelf in Führung gehen müssen, nachdem Klose auf Sturmpartner Gomez quer gelegt hatte, dieser jedoch mit seiner Max-Morlock-Gedächtnis-Grätsche das verwaiste Tor von Arthur Boruc nur um Zentimeter verfehlte. Nur 15 Minuten später bediente Miroslav Klose in ähnlicher Situation seinen Vereinskollegen Podolski, der keine Mühe hatte, den Ball über die Linie zu schieben.

Mit der 1:0-Führung im Rücken entwickelte sich eines temporeiches Spiel, in dem das deutsche Team die reifere Spielanlage zeigte und besonders über die Flankenläufe von Fritz und Jansen gefährlich vor das gegnerische Tor kam. Nach einer guten halben Stunde ging das Tempo der Deutschen dann allerdings merklich zurück und Polen kam durch einen Schuss von Kapitän Zurawski, der knapp am Gehäuse von Jens Lehmann strich, erstmals gefährlich vor das Tor der DFB-Elf.

Nach der Pause wechselte Polens Nationaltrainer Leo Beenhakker zur Überraschung aller jenen Zurawski aus und brachte den gerade erst vor drei Wochen eingebürgerten Brasilianer Roger Guerreiro. Der Mittelfeldspieler von Legia Warschau machte sofort Druck und der WM-Dritte von 1974 und 1982 kam nun besser ins Spiel. Abgesehen von einem Abseitstor von Ebi Smolarek (63. Minute), stand die deutsche Defensive mit den vor dem Turnier als Sicherheitsrisiko gebrandmarkten Metzelder und Lehmann weitestgehend sicher.

Die Vorentscheidung fiel dann in der 74. Minute als der eingewechselte Schweinsteiger dem schlafmützigen Pawel Golanski den Ball im eigenen Strafraum abnahm. Klose produzierte nach “Schweinis” Pass einen Querschläger, den Poldi schließlich volley aus zwölf Meter in den Winkel drosch und sich mit seinem zweiten Tor auch an die Spitze der Torjägerliste zu setzen.

Die Polen kamen noch einmal durch einen Kopfball des Herthaners Lukas Piszczek gefährlich vor das deutsche Tor, die nach dem Finalsieg von Wembley 1996 den ersten EM-Sieg seit knapp 12 Jahren feiern konnten. Nun kann am Donnerstag gegen Kroatien schon der Viertelfinal-Einzug klar gemacht werden. Wir glauben daran!

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