„Wir sind Männer und trinken keine Fanta!” Ob Slapstick-Schieri-Legende Wolf-Dieter Ahlenfelder selbst diese Kampfansage auch heute an seinem 65. Geburtstag wahrmacht, ist nicht überliefert. Dennoch wierden heute besonders in Bremen sicherlich einige Ahlenfelder auf das Wohl des prominentesten Schiedsrichter der Bundesliga-Geschichte über den Tresen wandern.
In eben jener Stadt erlangte Ahlenfelder am 8. November 1975 in der Partie zwischen Werder Bremen und Hannover 96 (0:0) Kultstatus, als der angetrunkene Ahlenfelder die erste Halbzeit zunächst nach 32 Minuten abpfiff, dann doch nach Rücksprache mit seinem Linienrichter weiterspielen ließ, und schließlich 90 Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit endgültig zur Halbzeit pfiff. Außerdem soll der pummelig wirkende Ahlenfelder am Boden liegende Spieler beleidigt und eine unbeschreibliche Alkoholfahne gehabt haben. Nach Spielende rechtfertigte Ahli seinen skurrilen Auftritt mit den Worten „Ein Bier und ein Malteser zum Mittagessen, das wird doch wohl erlaubt sein!“ Wenig verwunderlich, dass Bremer Gastronomen findig waren und bei der Bestellung eines „Ahlenfelder” eben jene Getränkekombination über den Tresen reichen.
„400 bis 500 Mal” will Ahlenfelder diese seine unglaubliche Geschichte seiner alkoholträchtigen Bekämpfung der fettigen Gans vor dem Spiel bereits erzählt haben und sie wird ihn sicher noch bis zu seinem Lebensende begleiten. Auch wenn Ahli sicher auch seine offensichtlichen Macken hatte, würde ein Schiedsrichter wie er mit seiner lockeren Art dem heutigen Fussball gut tun – wenngleich Ahlenfelders flapsig-unterhaltsame Art der Kommunikation beim aktuellen auf die Goldwaage legen jedes klitzekleinen Pfiffs eine romantische Utopie bleiben wird. Dennoch wäre es nur zu schön, wenn sich der Umgang zwischen Spielern, Schiedsrichtern und Funktionären zumindest wieder ein wenig gen Ära Ahli auflockert – aber dazu gehören alle Beteiligten. Darauf einen Ahlenfelder.





