Zwei mal 90 Minuten. Sechs Punkte. Darum geht es in den beiden letzten Spielen für die Kellerkinder der besten deutschen Fußballklasse. Vieles haben sie in den letzten Wochen und Monaten ausprobiert: Trainerwechsel, Vorstandswechsel, Spielerwechsel, Kneipenwechsel… Doch wem hat es was gebracht?
Rechtzeitig die Reißleine gezogen hat der SC Freiburg. Mit Marcus Sorg am Boden auf Platz 18 starteten die Breisgauer mit Neutrainer Christian Streich durch und kamen wie Phönix aus der Asche. Ohne Toptorjäger Cisse, dafür mit einer verbesserten Spielanlage ging es für Freiburg mit Siebenmeilenstiefeln Richtung Klassenerhalt. Momentan belegt der SC Platz 5 in der Rückrundentabelle und kann sich nun entspannt zurücklehnen, denn bereits drei Spieltage vor Ultimo sicherte man sich den Verbleib in Liga 1.
Selber Spieltag – andere Vorzeichen…
Trotz des Auswärtserfolgs gegen Hertha BSC müssen die roten Teufel aus Kaiserslautern die Reise ins Unterhaus antreten. Zu lang hielt Stefan Kuntz an einem ratlosen Marco Kurz fest. Der Trainer musste seinen Kopf für Spieler hinhalten, die unter chronischer „Torschusspanik“ zu leiden scheinen. 21 Tore in 32 Partien sprechen für sich. Verwunderlich, wenn ein Ex-Nationalstürmer die Zügel in der Hand hält.
Die bereits erwähnte Hertha aus Berlin witterte nach dem 3:3 in Leverkusen Morgenluft. Nach der Niederlage gegen den FC K dürfte daraus stickige Stadtluft bzw. Smogalarm geworden sein. Der Tiefpunkt einer Saison, die in Berlin viele dieser bereits erleben durfte. Babbel demontiert, Skibbe als Retter geholt und nach 5 Spielen entlassen, sollte nun Erfahrung an den Abstiegsherd. Tatsächlich schaffte es Manager Preetz einen alten Bekannten für die „alte Dame“ aus dem Hut zu zaubern. König Otto der Erste wurde beordert den Hauptstadtclub in der Liga der Großen zu halten. Von Position 17 winkend ist mittlerweile klar: Maximaler Erfolg könnte noch der Relegationsplatz sein. Das Restprogramm lautet allerdings Schalke (A) und Hoffenheim (H). Fachkundige wissen, wer am letzten Spieltag bei dem Retortenclub auf der Bank sitzt…
Auf dem „begehrten Platz“ befindet sich mit 2 Punkten Vorsprung der FC aus Köln. „Pleiten, Pech und Pannen“ könnte man auch als Überschrift für die Saison der Geißböcke verwenden. Overath gibt seinen Rücktritt bekannt, Prinz Poldi liebäugelt mit Arsenal, Finke wird entmachtet, Spieler treiben sich in Kneipen sowie Polizeirevieren rum und Solbakken blödelt auf einer PK über seine Jobgarantie. Der FC Fan muss dieses Jahr ordentlich einstecken. 4 Punkte sind es zum rettenden 15. Platz. Freiburg (A) und Bayern (H) heißen die Gegner. Man möge selber rechnen…
Underdog Augsburg hat das rettende Ufer in Sichtweite
Eben diese Punkte trennen „Böcke“ von „Puppen“. Man muss anerkennen, was Jos Luhukay aus seiner „Kiste“ in Augsburg gezogen hat. Als Underdog mit Eingewöhnungszeit in die Saison gestartet, hat sich der FC A gefangen und wichtige Punkte zum Klassenerhalt sammeln können. Insbesondere die Verpflichtung von Ja-Cheol Koo vom VfL Wolfsburg war eine Bereicherung für den Liganeuling. 1 Punkt aus den letzten beiden Spielen sollte reichen. Gegner sind die ambitionierten Fohlen aus Gladbach (A) und Abstiegskonkurrent Hamburg (A). Die Augsburger haben genug Selbstvertrauen tanken können und denken sich insgeheim „Jos, we can!“
Eine Saison zum Abhaken oder „Übergangssaison“ wie es im neudeutschen Sprachgebrauch so schön heißt, ist es in der Hansestadt geworden. Nach Kaderverjüngung sondergleichen konnten die neuen, jungen Spieler dem Druck der Medienlandschaft Hamburg selten standhalten. Wenige Berg-und ständige Talfahrten gehörten zum Spiegelbild einer Saison, die jeder schnell vergessen möchte. Mit „Herzblatt Kandidat“ Michael gestartet, stellte sich für Sportchef Arnesen schnell die Frage: „Frank, für wen möchtest du dich entscheiden? Ist es Kandidat A? Der Argentinier mit HSV-Vergangenheit? Oder Kandidat B? Der Holländer mit Erfolgsgen? Oder Kandidat C? Der Fink, der aus einem Dino einen Star machen kann?“ Frank entschied sich für Kandidat C. Thorsten Fink konnte als Nachfolger aus Basel losgeeist werden. Viel Arbeit kam und kommt auf den gebürtigen Dortmunder mit Münchener Historie zu. Nicht die schlechtesten Wurzeln für einen Fußballlehrer, wenn man einen Blick in den Tabellenhimmel wagt. Ein Remis aus den letzten Vergleichswettkämpften lässt den Dino am Leben. Gegner sind Mainz (H) und Augsburg (A).
Meine Tipps für den Abstiegskampf:
Spieltag 33
Schalke – Hertha 3:1
Freiburg – Köln 1:2
Gladbach – Augsburg 2:0
Hamburg – Mainz 1:0
Spieltag 34
Hertha – Hoffenheim 1:1
Köln – Bayern 2:2
Augsburg – Hamburg 0:1






Bildflansch
Hertha hatte so viele Big Points auf dem Tablett und hat es immer verkackt. Preetz muss einfach weg!!!
Stehtribüne
Hertha brauch mal wieder einen Neuanfang. Am besten mit Ralf Rangnick in der ersten Liga. Aber nicht mit Thomas Doll in der zweiten. Das wäre das Ende der alten Dame
Jens
Nachdem der FC gestern in Freiburg mal wieder nach 60 Minuten platt war, gehe ich davon aus, dass selbst gegen Bayerns C-Elf kein Acker zu bestellen ist. Da Hoffenheim mindestens so wenig Charakter hat wie die FC-Profis, wird Hertha gewinnen und damit auf den Relegationsplatz kommen. Trotz eigener Schlechtigkeit.