In unserer „Todesgruppe B“ treffen wir am 2. Spieltag in Charkow auf einen alten Bekannten. Unser geschätzter Nachbar Holland wird sich die Ehre geben und versuchen uns die bereits eingeplanten Punkte streitig zu machen.
Der im Jahr 1905 gegründete Koninklijke Nederlandse Voetbal Bond (KNVB) gilt als schwerster Brocken unserer Gruppe und geht als einer der Favoriten auf die europäische Krone ins Turnier. Der Vize-Weltmeister von Südafrika kann durch individuelle Klasse Spiele innerhalb von wenigen Minuten drehen und wenden wie ein Spiegelei.
Robben, Snejder, van Persie und van der Vaart entscheidend
Sollte Bondscoach Bert van Marwijk das komplette Potpourri der offensiven Möglichkeiten zur Verfügung haben, ist ein enormer Sturmlauf der tulpenpflückenden Fußballfraktion zu erwarten. Wie jedoch die letzten Spielzeiten gezeigt haben, sind u.a. Arjen Robben doch eher gläserne Balltreter, die in ihren Vereinen ordentlich auf die Wäsche bekommen. Daher ist abzuwarten wer nun alles tatsächlich mit in die Ukraine fährt oder wer sich das Spektakel aus dem Reha-Zentrum von Deventer anschauen muss.
Vorschusslorbeeren können zum Verhängnis werden
Das andere Gesicht der „Oranje Elftal“ zeigt jedoch auch, das Hochmut vor dem Fall kommen kann. Sollten die niederländischen Ballakrobaten im Vorfeld zu sehr in den Fußballolymp gelobt werden, kann es ihnen passieren, dass sie in Schönheit sterben. Als Beispiel gilt hier die EM 2008. In der Vorrunde überzeugt wie frischgereifter Gouda musste Frau Antje im Viertelfinale die Schmach gegen den vermeintlichen Underdog Russland mit ansehen.
Besonderer Ehrgeiz durch die Abfertigung vom Volkspark
Besondere Motivation dürfte beim Europameister von 1988 vorherrschen, da kurz vor Jahreswechsel die deutsche Mannschaft unseren Gegner mit 3:0 in den Länderspielwinterschlaf geschickt hat. Dieses Spiel hat die launische sowie schwache Seite unserer Wohnwagenliebhaber gezeigt. So wie die Offensive gelobt muss die Abwehr allerdings getadelt werden. Spieler wie Mathijsen oder van Bommel haben ihren Zenit entweder nie wirklich erreicht bzw. überschritten. Im Testspiel wurde deutlich, dass die Defensive dem deutschen Angriffsspiel nicht paroli bieten konnte. Spieler wie Braafheid oder Bruma sind noch nicht soweit, um einen Titel zu gewinnen.
Wie hat mal ein schlauer Trainer gesagt: „Vorne gewinnt man Spiele. Hinten die Meisterschaft“. Bleibt also abzuwarten, was uns gegen Holland erwartet. Sollten wir unser Spiel entfachen können, wird die holländische Abwehrreihe überfordert sein. Gleiches gilt natürlich für unser Defensivverhalten.
Also: Auf zur Robben-Jagd. „Tulpen oder Gladiolen“ würde ein holländischer Fußballlehrer sagen.






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